Tuesday, June 26, 2007

still breathing

Nach dem der letzte Post etwas irritierend war, so soll versucht sein, heute etwas mehr Struktur zu bewahren. Ich wünsche jetzt schon viel Glück dabei!

Komisch wie sich alles ändern mag, so sprachen alle Berater meist von Zuversicht und Standhaftigkeit - jetzt klingt vieles anders. Anders im Sinne von wohl überlegten Entscheidungen und gesundem Egoismus. Aber ich bin nunmal nicht egoistisch, war es nie gewesen.. Vielmehr bin ich ein hoffnungsloser Romantiker, dessen Gemüt sich nie nach sich selbst richtete - von seinem Geist ganz zu schweigen, denn dieser verliert nahezu immer gegen das, was sich Gefühle schimpft..

Nichtsdestotrotz (hiermit erkläre ich dieses Wort zu meinem Lieblingswort) bin ich in einem gewissen Sinne stolz darauf so hoffnungslos romantisch zu sein. Vielleicht bin ich gar ein wenig masochistisch veranlagt, denn ich fühle mich besser, wenn ich anderen Last abnehmen kann, auch wenn es mich bedrückt.. Vernünftigt ist es sicher nicht. Aber das was wir heute unter Vernunft verstehen, ist mir sowieso zu wider.

Zum Thema Vernunft habe ich neulich bei Frau Maischberger eine interessante Gesprächsrunde gesehen. Eingeladen war eine Muslimin, ein christlicher Theologieprofessor, eine überzeugte Christin und ein katholischer Bischof, sowie ein Atheist, der sogar als Philosoph bezeichnet wurde. Mit zunehmender Sendezeit erhitzten sich die Gemüter und es wurde unsachlich, lächerlich und ideologisch auf allen Seiten. Versteckt hinter beeindruckender Rhetorik (es wurde sogar Lessings Ringparabel erwähnt (!)) zeigte sich, was aus der Vernunft geworden ist: ein Instrument des eigenen Weltbilds, das gepaart mit den eigenen Glaubensvorstellungen zu recht eine Politikverdrossenheit und unreflektierten Atheismus hervorruft.

In Anlehnung an Volker Pispers: Mein Atheismus ist nicht oberflächlich!

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